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"Gerstreits" in der gedruckten Presse

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Gerstreit in der Tagespresse

Das glückliche Ende einer flugtechnischen Watzmannumrundung? Oder hat der Kakadu den leckeren Braten vom Berggasthof Gerstreit gerochen? Wir wissen es nicht, aber lesen Sie doch bitte selbst: KLICK

Botschafter der echten Volksmusik

Bad Reichenhall am 30. November 2009

Weil sie sich in besonderer Weise um das Ansehen des Berchtesgadener Landes verdient gemacht haben, bekamen vergangenen Freitag sechs Bürger die neue Landkreismedaille in Gold verliehen. Die drei Ramsauer Sänger sowie Martin und Franz Schwab wurden für die Erhaltung und Verbreitung der alpenländischen Volksmusik geehrt. Max Wieser erhielt die Auszeichnung für seine jahrelange, ehrenamtliche Tätigkeit als Kreisheimatpfleger.

Zu den wegweisenden bayrischen Volksmusikanten zählt auch Martin Schwab, der vom Landrat geehrt wird. Der »Gerstreit Martin« lernte mit vier Jahren Gitarre spielen, mit acht Jahren Ziehharmonika und mit dreizehn Jahren Hackbrett. Wie Franz spielte auch Martin Schwab zunächst bei den »Schönauer Buam«, aus denen später die »Schönauer Musikanten« wurden, und gründete 1968 mit Hias Häusler die »Gerstreit-Musi«. Mit beiden Musikgruppen wurde Martin Schwab im gesamten Alpengebiet bis in die Schweiz und nach Südtirol bekannt, vor allem für die revolutionäre Kombination des Hackbrettes mit einer diatonischen Ziach. Schwab habe über 150 Musikstücke komponiert, berichtet der Landrat, »obwohl er bis heute keine Noten lesen kann«. Eine Reihe der Lieder habe der Landesverein für Heimatpflege deshalb in Noten umsetzen lassen. Sein musikalisches Wissen und Können gibt Schwab noch heute an junge Musikanten weiter, für seine Pionierarbeit in der Volksmusik wurde auch er 1984 mit der »Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland« geehrt. »Er ist ebenfalls ein großartiger Botschafter der Berchtesgadener Landes«, befindet Landrat Grabner und überreicht die Medaille des Landkreises.

Leidenschaftlicher Titherspieler
Als leidenschaftlicher Volksmusiker und Zitherspieler tat sich Franz Schwab Zeit seines Lebens hervor. Der 82-jährige spielte nach dem Zweiten Weltkrieg im Ensemble von Tobi Reiser und trat beim ersten Salzburger Adventssingen auf. Ende der 50er Jahre rief Franz Schwab eine neue Musikgruppe, die »Rupertiwinkler Musikanten« ins Leben, ihr Klang aus Akkordeon, Zither und Gitarre galt als unverwechselbar und neuartig. In unglaublicher Fülle habe Schwab Melodien aus mündlicher Überlieferung zusammengetragen, teilweise neu interpretiert und eigene Einfälle beigesteuert, weiß Landrat Grabner zu erzählen. Nach dem Ende der Rupertiwinkler gründete Franz Schwab die »Berchtesgadener Saitenmusi«, die schnell in Bayern und Österreich bekannt wurde, denn sie verband Stücke aus dem Berchtesgadener Land, dem Rupertiwinkel und dem Salzburgischen. Anfang der 70er Jahre wurde unter Schwabs Leitung erstmals in Berchtesgaden ein adventliches Singen und Musizieren durchgeführt, es gehört bis heute zum festen, kulturellen Angebot der Marktgemeinde. Bereits 1995 erhielt der Musiker für sein Wirken das »Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland« und jetzt gibt es auch noch die goldene Landkreismedaille obendrauf. »Franz Schwab hat als Mentor und Melodiengeber wesentlich zur Pflege der unverfälschten Volksmusik beigetragen«, betont Grabner bei der feierlichen Überreichung.


150 Musikstücke komponiert.
Max Wieser ist zwar kein Musiker, hat sich aber als Heimatpfleger viele Jahre um den Landkreis gekümmert. Als »wandelndes Lexikon« bezeichnet Grabner den Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Denkmalschutzmedaille schmunzelnd. Neben einem umfangreichen publizistischen Werk hält Wieser kulturhistorische Vorträge und bietet Führungen im Berchtesgadener Land an. Der Pidinger habe sich auf vielen Gebieten zu Wort gemeldet, ob es um den Erhalt alter Gebäude, die Erklärung hergebrachter Begriffe, um die Bewahrung der baierischen und deutschen Sprache, um Geschichtsbewusstsein oder um den Erhalt von Natur und Landschaft ging, zählt Grabner auf. »Sein unermüdliches Engagement um die Geschichte des Landkreises sind vorbildhaft«. kb

Franz Schwab (im Foto links) erhält aus den Händen des Landrates die goldene Medaille des Berchtesgadener Landes.Im großen Sitzungssaal des Landratsamtes wird mit Sekt angestoßen. Hans Auer musiziert gemeinsam mit seinem Ensemble und hat für jeden Geehrten eine spezielle Melodie parat. Die Gäste unterhalten sich angeregt und von draußen scheint die helle Novembersonne herein. Gleich sechs Mal darf Landrat Georg Grabner an diesem Vormittag die goldene Medaille überreichen. »Ehre ist der Lohn der Tüchtigkeit« lautet der eingravierte Spruch und der trifft in besonderer Weise auf alle sechs Männer zu.

Die »Ramsauer Sänger«, bestehend aus Fritz Resch, Erhard Maltan und Sepp Grassl, treten seit 1968 als Dreigesang auf. Der Bayerische Rundfunk lud sie zu Aufnahmen ein und sie waren in diversen Fernsehsendungen im In- und Ausland vertreten. Bis heute zählen die »Ramsauer Sänger« zu den besten Männergesangsgruppen im Alpenraum. Ein Leben lang hätten sie sich der echten alpenländischen Volksmusik gewidmet, lobt Georg Grabner. »Durch ihr Wirken weit über die Landesgrenzen hinaus sind sie großartige Botschafter des Berchtesgadener Landes«. Und ab sofort auch stolze Besitzer der Landkreismedaille, die aus Feinsilber besteht und mit einer 24-Karat-Feingold-Auflage überzogen ist. Weil die Medaille nicht als Orden zum Tragen an der Kleidung bestimmt ist, gibt es zusätzlich eine Miniaturausfertigung als Anstecknadel.

Max Wieser ist zwar kein Musiker, hat sich aber als Heimatpfleger viele Jahre um den Landkreis gekümmert. Als »wandelndes Lexikon« bezeichnet Grabner den Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Denkmalschutzmedaille schmunzelnd. Neben einem umfangreichen publizistischen Werk hält Wieser kulturhistorische Vorträge und bietet Führungen im Berchtesgadener Land an. Der Pidinger habe sich auf vielen Gebieten zu Wort gemeldet, ob es um den Erhalt alter Gebäude, die Erklärung hergebrachter Begriffe, um die Bewahrung der baierischen und deutschen Sprache, um Geschichtsbewusstsein oder um den Erhalt von Natur und Landschaft ging, zählt Grabner auf. »Sein unermüdliches Engagement um die Geschichte des Landkreises sind vorbildhaft«. kb

Originalartikel: mit freundlicher Genehmigung des Berchtesgadener Anzeiger

Gerstreit im Servus Magazin 02/2017

Martin Schwab

Franz Schwab (links)

Franz Schwab (links)